E-Commerce
Statt einer Vermutung sollte das Produkt präsentiert werden.
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Bild mit KI erzeugt
Die vorliegende Untersuchung befasst sich mit der Fragestellung, inwiefern die reale 3D-Digitalisierung dazu beitragen kann, die Informationslücke im Online-Handel zu verringern.
Der Online-Handel sieht sich mit einer grundlegenden Herausforderung konfrontiert, die ebenso alt ist wie das Produktfoto selbst: Käufer sehen ein Produkt, aber sie erleben es nicht wirklich.
Ein Bild zeigt eine ausgewählte Ansicht. Ein Video präsentiert eine vorgegebene Abfolge von Ansichten. Beide Optionen eignen sich zur ansprechenden Präsentation eines Produktes. Der Besucher entscheidet nicht selbst, welche Seite er sehen möchte, wie lange er bei einem Detail verweilt oder aus welchem Winkel er Material, Form und Verarbeitung beurteilt.
An dieser Stelle kommt der Wert interaktiver 3D-Darstellung zum Tragen.
DFX SplatCore erstellt aus realen Fotos oder Videoaufnahmen eines existierenden Produkts eine interaktive, webfähige 3D-Darstellung. Der Besucher hat die Möglichkeit, das Modell im Browser mit Maus oder Finger zu bewegen, zu drehen und aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Die bloße Betrachtung geht in eine aktive Untersuchung über.
Das Ergebnis ist digital. Der Ausgangspunkt bleibt real.
Was flachen Produktbildern fehlt
Produktfotografie ist nach wie vor von entscheidender Bedeutung. Sie zeichnet sich durch Schnelligkeit, Vertrautheit und die Fähigkeit aus, Material, Licht und Stimmung wirkungsvoll zu vermitteln. Die Entscheidung für das Motiv, den Ausschnitt, den Abstand und das Licht fällt immer beim Fotografen.
Ein Produktvideo erweitert diese Auswahl. Die Abbildung könnte eine Rotation, einen Detailzoom oder eine Anwendungssituation darstellen. Dennoch bleibt der Ablauf festgelegt. Der Besucher erkennt, welche Kameraführung für ihn vorgesehen ist.
Bei einer Vielzahl von Produkten ist dies ausreichend. Es besteht keine zwingende Notwendigkeit für eine räumliche Exploration bei einem Buch, einem einfachen Verbrauchsprodukt oder einem klar standardisierten Artikel.
Bei Produkten, deren Form, Proportion, Oberflächenstruktur oder Verarbeitung von Bedeutung ist, ist eine sorgfältige Prüfung unerlässlich. Möbel, Designobjekte, Schmuck, Kunsthandwerk, technische Produkte, Sammlerstücke oder hochwertige Manufakturwaren werden für den Betrachter anschaulicher, wenn er selbst entscheiden kann, welche Perspektive er einnimmt.
Die bestehende Informationslücke zwischen Bildschirm und Realität wird durch diese Maßnahme nicht vollständig geschlossen. Aspekte wie Gewicht, Haptik, Geruch, tatsächliche Farbwirkung im eigenen Raum oder die Qualität eines Materials lassen sich nicht vollständig digital übertragen. Es besteht jedoch die Möglichkeit, Form, räumliche Wirkung und sichtbare Details deutlich zugänglicher zu gestalten.
Sehen und Begreifen
Das Wort "begreifen" besitzt im Deutschen eine bemerkenswerte Doppelbedeutung.
Das Verständnis eines Sachverhalts ist die Grundlage für dessen geistige Aneignung. Gleichzeitig erinnert das Wort an die physische Handlung: Einen Gegenstand in die Hand nehmen, ihn drehen, näher betrachten und seine Eigenschaften erkunden.
Ein interaktives 3D-Objekt ermöglicht eine digitale Annäherung an diese zweite Bedeutung. Der Besucher bewegt das Modell mit Maus oder Finger. Er betrachtet nicht nur eine Perspektive, sondern er definiert sie selbst. Er verweilt bei einem Detail, dreht das Objekt weiter oder kehrt zu einer Ansicht zurück, die für seine Kaufentscheidung von Bedeutung ist.
Dadurch verändert sich die Rolle des Besuchers. Passiver Konsum manifestiert sich in einer kleinen, aber realen Handlung.
Auf der einen Seite das Produktfoto. Auf der anderen ein interaktives 3D-Modell.
Diese Interaktion kann dazu führen, dass Besucher länger bei einem Produkt verweilen. Entscheidend ist jedoch nicht allein die Dauer. Entscheidend ist die Qualität dieser Zeit: Der Besucher hat die Möglichkeit, sich intensiv mit dem konkreten Produkt zu beschäftigen, anstatt sich mit Bildern zu begnügen, die ihm vorgegeben werden.
Die daraus resultierende Kaufwahrscheinlichkeit, die Anzahl der Rückfragen und Retouren sind dabei von verschiedenen Faktoren abhängig. Bei der Bewertung werden verschiedene Faktoren berücksichtigt, darunter die Produktart, der Preis, die Darstellung, die Ladezeit, die Bedienbarkeit und die Qualität der zugrunde liegenden Aufnahmen. Eine interaktive Darstellung führt nicht automatisch zu einem Verkaufserfolg. Sie kann jedoch eine bessere Grundlage für eine informierte Entscheidung schaffen.
3D ist kein einheitliches Verfahren
Der Begriff "3D" beschreibt keine einheitliche Technologie.
Einige Systeme sind in der Lage, aus einem Text, einem einzelnen Bild oder einer groben Vorlage ein plausibles, dreidimensionales Objekt zu erzeugen. Solche Verfahren zeichnen sich oft durch Schnelligkeit und Kreativität aus. Sie eignen sich insbesondere für Entwürfe, Konzeptvisualisierungen oder erste Ideen.
Bei der Darstellung eines realen Handelsprodukts stellt sich jedoch eine andere Frage: Zeigt das Modell das tatsächlich angebotene Objekt – oder zeigt es eine plausible Annahme darüber, wie dieses Objekt aussehen könnte?
Aufgrund der Beschaffenheit des Materials ist es nicht möglich, die Rückseite eines Produkts aus einem einzelnen Foto zu erkennen. Auch die Unterseite, der Innenraum und verdeckte Details sind nicht aufgenommen. Ein generatives System kann diese Bereiche ergänzen. Das Ergebnis kann professionell aussehen. Es ist jedoch zu beachten, dass es sich hierbei lediglich um eine Ergänzung handelt, nicht jedoch um eine Beobachtung.
DFX SplatCore verfolgt deshalb einen anderen Ansatz. Bei der Erstellung von Bildserien oder Videoaufnahmen wird ein reales Produkt aus verschiedenen Perspektiven erfasst. Die räumliche Darstellung wird aus dem vorhandenen Bildmaterial erstellt. Die Anzahl geeigneter Ansichten, die zur räumlichen Darstellung der sichtbaren Erscheinung des konkreten Produkts zur Verfügung stehen, ist entscheidend für die Qualität des Ergebnisses.
Es wird keine absolute Perfektion beansprucht. Transparente, stark spiegelnde oder sehr gleichförmige Oberflächen stellen technisch anspruchsvolle Gestaltungsherausforderungen dar. Die Qualität der 3D-Digitalisierung hängt von verschiedenen Faktoren wie Lichtverhältnissen, der Aufnahmequalität, den Blickwinkeln und dem erfassten Motiv ab.
Der entscheidende Unterschied liegt in der Ausgangsfrage:
Soll ein System ergänzen, wie ein Produkt vermutlich aussieht?
Oder soll es ein reales Produkt auf Grundlage realer Aufnahmen räumlich zugänglich machen?
Für den Online-Handel kann diese Unterscheidung entscheidend sein.
Die Entwicklung von der Kamera zum 3D-Asset
Die technische Herausforderung bei der 3D-Produktion war lange Zeit erheblich. Für die Umsetzung klassischer Workflows war Erfahrung mit mehreren Spezialprogrammen, Kamerakalibrierung, Bildauswahl, Rekonstruktion, Nachbearbeitung, Export und webfähiger Präsentation erforderlich.
DFX SplatCore hat nicht den Anspruch, diese Arbeit zu mystifizieren, sondern sie zu strukturieren.
Die Grundlage bildet weiterhin die Fähigkeit, ein reales Produkt sinnvoll mit einer Kamera aufzunehmen, eine Kompetenz, die bereits viele Händler, Produktfotografen und Kreative beherrschen. Dies kann als Bildserie oder als Video erfolgen. Im Anschluss übernimmt die Software die aufwendigen Verarbeitungsschritte und führt durch den Ablauf.
Die zentrale Voraussetzung ist demnach nicht ein Studium der Informatik oder eine Ausbildung in 3D-Grafik.
Die Vorgabe lautet, ein reales Objekt mit genügend brauchbaren Perspektiven zu erfassen.
Es ist jedoch zu beachten, dass jede Aufnahme unterschiedliche Ergebnisse liefern kann. Ein guter Prozess analysiert die vorhandenen Daten, bestimmt die sinnvolle Verarbeitung und identifiziert die Grenzen. DFX SplatCore nutzt daher verschiedene Rechenwege für unterschiedliche Eingabesituationen: von einem schnellen Entwurf aus einem Bild bis zur umfangreicheren Rekonstruktion aus Bildserien oder Videos.
Diese Differenzierung ist von entscheidender Bedeutung. Ein Einzelbild kann einen schnellen ersten Eindruck vermitteln. Mehrere reale Perspektiven liefern dagegen eine stärkere Grundlage für die Darstellung eines konkreten Produkts.
Lokal produzieren statt von der Cloud abhängen
Produktbilder sind in der Regel mehr als nur einfache Dateien. Es werden neue Kollektionen vor ihrer Veröffentlichung, Prototypen, Kundenaufträge, Einzelstücke, Innenansichten sowie vertrauliche Produktdetails gezeigt.
Bei cloudbasierten Diensten erfolgt die Übertragung solcher Daten an externe Systeme. Die spezifischen Möglichkeiten der Speicherung, Verarbeitung und weiteren Nutzung sind abhängig von Anbieter, Tarif, Vertrag und Einstellungen. Zusätzlich zu den anfänglichen Kosten sind die Frage der Kontobindung sowie der Nachvollziehbarkeit des Workflows nach Ende des Abonnements zu berücksichtigen.
DFX SplatCore ist als Windows-Desktop-Anwendung für lokale Verarbeitung konzipiert. Die Bild- und Videodaten verbleiben auf dem eigenen System. Es gibt keinen Cloud-Zwang für die Produktionspipeline, keine Token-Abrechnung pro erzeugtem Asset und keine monatliche Nutzungserlaubnis für die grundlegende Arbeit.
Das ist nicht nur eine Datenschutzfrage. Es ist eine Frage der Produktion.
Bei der Verarbeitung einer Vielzahl von Produkten sind kalkulierbare Abläufe unerlässlich. Bei der Bearbeitung von Kundenmaterial ist es unerlässlich, die Kontrolle über die Datenwege zu haben. Langfristig orientierte 3D-Asset-Aufbauer benötigen Ergebnisse, die nicht an ein einzelnes Online-Konto gebunden sind.
Ein Werkzeug muss seine Grenzen kennen
Gute Software zeigt sich nicht daran, dass sie immer Erfolg meldet. Sie erkennt und sagt, wann ein Verfahren nicht das richtige ist.
DFX SplatCore überprüft das verwendete Material und zeigt die Produktionsschritte in Echtzeit an. Dazu gehören unter anderem die Auswahl geeigneter Videobilder anhand der gemessenen Kamerabewegung, die Erkennung von Bildschärfe und Verwacklung sowie Hinweise auf Kameratypen und Aufnahmesituationen.
Insbesondere bei stark spiegelnden, transparenten oder komplexen Oberflächen ist diese Offenheit von entscheidender Bedeutung. Die Anforderungen an die Darstellung von hochglänzenden Metallobjekten oder Glasprodukten unterscheiden sich von denen matter Möbelstücke oder strukturierter Keramikoberflächen.
In der Produktion erweist sich ein Werkzeug, das seine Grenzen benennt, als wertvoller als eines, das aus jeder Eingabe ein scheinbar sicheres Ergebnis verspricht.
Der Leitsatz dafür ist einfach:
Was gemessen wird, wird angezeigt. Was nicht gemessen wird, wird nicht behauptet.
Offene Ergebnisse für den bestehenden Workflow
Die Erstellung eines 3D-Modells ist nicht an die Verwendung in einem geschlossenen System gebunden.
DFX SplatCore unterstützt offene Produktionsausgaben. Standard-3DGS-Daten können als PLY-Datei ausgegeben werden. Für verbreitete Web-, Engine- und 3D-Workflows steht zudem GLB mit Netz und Textur in unterschiedlichen Detailstufen zur Verfügung.
Dadurch wird ein Asset weiterverwendbar, beispielsweise für Produktseiten, Konfiguratoren, Web-Viewer, Blender, Unreal Engine, Unity oder andere Produktionsschritte.
Für Agenturen, Produktfotografen und Händler mit großen Katalogen ist diese Offenheit von besonderer Relevanz. 3D wird in diesem Fall nicht als isoliertes Experiment betrachtet, sondern als integraler Bestandteil der bestehenden Medienproduktion.
Für Serienarbeit können mehrere Projekte nacheinander verarbeitet werden. Die Rechenzeit wird dadurch nicht unsichtbar, aber planbar. Nach Abschluss des Durchlaufs werden die Ergebnisse kontrolliert.
Präsentation ist Teil des Produkts
Ein 3D-Asset entfaltet seinen Wert erst, wenn es für Besucher zugänglich gemacht wird.
DFX Orbit erweitert das Modell zu einer eigenständigen interaktiven Präsentation. Zusätzliche Informationen können mit dem Modell verbunden werden, beispielsweise Hotspots, Bildergalerien, Zoom, Audioguide, Vorher-Nachher-Vergleiche, Verbindungslinien und definierte Kamerapfade.
Für den Online-Handel eröffnet sich dadurch eine neue Form der Produktseite. Anstatt alle Informationen in lange Textblöcke und Bildgalerien zu verfrachten, lassen sich Details dort erklären, wo sie sichtbar werden.
Ein Hotspot kann auf eine besondere Naht, einen Materialwechsel, eine Funktion oder ein handwerkliches Detail verweisen. Eine Galerie kann ergänzende Nahaufnahmen zeigen. Ein Vergleich kann Herstellung, Zustand oder Varianten nachvollziehbar machen.
Das Modell ist dabei nicht Dekoration. Es wird zum Knotenpunkt der Produktkommunikation.
3D als Erweiterung des Produktfotos
Produktfotos werden nicht entfernt. Sie sind für Übersichten, Kataloge, Suchergebnisse, soziale Medien und schnelle Kaufentscheidungen unverzichtbar.
Daher stellt interaktives 3D keine Alternative dar. Es ergänzt sie in Fällen, in denen ein Produkt einer räumlichen Erklärung bedarf.
Ein guter Online-Shop zeichnet sich weiterhin durch klare Fotos, verständliche Beschreibungen, technische Daten, Lieferinformationen und reale Kundenkommunikation aus. Die Verwendung von 3D-Technologie kann keine unzureichende Produktqualität ausgleichen und keine fehlerhaften Angaben korrigieren.
Dies kann jedoch zu einer zusätzlichen Ebene führen.
Das Produkt wird nicht nur präsentiert, sondern auch einer gründlichen Untersuchung unterzogen.
Der Besucher hat die Möglichkeit, seine eigene Perspektive zu wählen.
Die sichtbaren Formen, Details und Proportionen werden in einer räumlichen Darstellung veranschaulicht, die eine bessere räumliche Vorstellungskraft ermöglicht.
Die Darstellung von Bildserien und Videos beruht auf Aufnahmen des konkreten Produkts.
Die Produktion kann lokal, wiederholbar und unabhängig von laufenden Tokenkosten erfolgen.
Es geht nicht darum, möglichst viele Produkte zu erzeugen. Es geht darum, reale Produkte zugänglicher zu machen.