DIMENSION-FX
Das Werkzeug heißt DFX SplatCore. Damit werden aus Fotos 3D-Modelle auf dem eigenen Rechner gemacht.
Teil 0 — Der Anfang

Warum es dieses Werk gibt

0.1  Die Mango — ein Vorwort

Vor ein paar Jahren hatte ich mal eine Mango in der Hand. Es ist kein besonderes Exemplar – eine Frucht, wie man sie in jeder Obstschale findet. Aber als ich sie gedreht habe, kam mir ein Gedanke, der mir nicht mehr aus dem Kopf ging: Ich habe da eine Frage: Wie bekomme ich genau dieses Ding – mit seiner Form, seinen Farbverläufen, seinen kleinen Druckstellen – als digitalen Zwilling ins Internet?

Je länger ich darüber nachdachte, desto klarer wurde mir, dass das Internet seit jeher flach ist. Alles, was wir haben, ist Text, Bilder und Videos, und das ist alles zweidimensional. Dreidimensionales gab es zwar, aber das war eher was für Spezialisten: teure Scanner, 3D-Programme mit jahrelanger Lernkurve, Programmierung. Wenn du eine Mango, ein Erbstück oder dein Produkt in 3D zeigen wolltest, brauchtest du dafür praktisch ein IT-Studium.

Das wollte ich ändern. 3D für alle – für jeden, der eine Kamera bedienen kann. So ist DFX SplatCore entstanden. Die Seiten, die du gerade liest, gehören nur dir. Du erwirbst Wissen über die Aufnahme. Ich kann dir schon mal verraten, dass die Software heute echt erstaunlich viel ausgleichen kann. Aber der wichtigste Moment ist natürlich der, in dem du auf den Auslöser drückst.

Ralf HeitzigStudio Heitzig

Eine Mango in einer geöffneten Hand, über der Frucht ein leuchtendes 3D-Punktgitter KI-Bild
Das Gründungsbild: ein Alltagsding wird digital greifbar.

0.2  Das Internet ist flach — noch

Seit den ersten Webseiten in den 1990ern hat sich das Netz stark verändert – und in einem Punkt ist es gleich geblieben: Es zeigt die Welt in zwei Dimensionen. Die Produktseite zeigt sechs Fotos aus sechs verschiedenen Winkeln, weil sie das Produkt nicht zeigen kann, sondern nur abbilden kann. Das Museum stellt eine Fotostrecke online, weil die Vitrine nicht durch das Kabel passt. Wir haben uns so daran gewöhnt, dass wir kaum noch merken, was dabei verloren geht: das Drehen, das Herantreten, das Begreifen im wörtlichen Sinn.

Klar, 3D im Netz gab's schon – aber immer mit nem hohen Einstiegslevel. Entweder musste das Objekt am Rechner nachgebaut werden (Handarbeit, Stunden bis Wochen) oder es wurde mit Spezialhardware gescannt (Laserscanner, Streifenlichtscanner – Geräte, die so teuer sind, dass man dafür ein Fotostudio hätte kaufen können). In beiden Fällen brauchte die Veröffentlichung Programmierkenntnisse. Die drei Schritte Modellieren, Scannen und Programmieren haben 3D über Jahrzehnte zu einer Spezialistenaufgabe gemacht.

Zwei Entwicklungen haben diese Schwellen vor kurzem eingerissen. Erstens: Aus normalen Fotos kann man heute fotorealistische 3D-Darstellungen errechnen. Das Verfahren dahinter (Gaussian Splatting, Teil 2 erzählt seine Geschichte) hat die Aufnahmeseite von der Spezialhardware befreit. Die Kamera, die du hast, reicht aus. Zweitens: Für die Veröffentlichung ist keine Programmierung mehr nötig, da das DFX SplatCore mit dem Orbit-Modul diese Aufgabe übernimmt. Was bleibt, ist genau eine Fähigkeit, die keine Software ersetzen kann: gut aufnehmen. Die folgenden Kapitel sind genau dafür da.

Kein Bild, kein Video: Dieses Fenster ist ein Orbit-Export, eingebunden mit drei Zeilen HTML — dreh das Modell, zieh es näher, öffne die Kreise. Genau so lässt es sich in jede bestehende Webseite setzen.

0.3  Keine Angst vor der Blackbox

Viele Leute haben ein komisches Gefühl, wenn sie "KI" hören – und das ist auch verständlich, wenn man sich mal vor Augen hält, was die Technikbranche eigentlich zu verbergen scheint. Es entsteht nämlich nicht durch Technik an sich, sondern durch Technik, die man nicht durchschauen darf: eine Blackbox, die irgendwie Ergebnisse erzeugt, ohne dass jemand erklärt, wie und warum. Gegen so etwas hilft kein Werbeversprechen. Dagegen hilft nur eins: Verstehen.

Deshalb bekommst du hier vier Zusagen, an denen du jedes Kapitel messen darfst:

Wenn du verstanden hast, dass hinter der 3D-Rekonstruktion Vermessungsgeometrie aus zweitausend Jahren steckt (Teil 1), dass die Bildprüfung eine nachvollziehbare Rechnung ist und kein Orakel, und dass die Grenzen des Verfahrens physikalische Gründe haben, dann hast du vor dieser Technik keine Angst mehr. Er benutzt sie.

Angst entsteht, wenn man etwas zu mystisch darstellt.
Sie schaut durch, aber beschwichtigt nicht.

0.4  Für wen diese Seiten geschrieben sind

Für Fotografinnen und Fotografen – und ganz besonders für diejenigen, die gerade erleben, wie KI-generierte Produktbilder ihnen Aufträge streitig machen. Ich hab da einen Gedanken, der sich durch alle Kapitel zieht und den ich dir mitgeben will. Die Bedrohung und die Chance kommen aus derselben Richtung. Ein KI-Bildgenerator kann ein echt hübsches Produktfoto erstellen, aber er kann kein echtes, drehbares und überprüfbares Abbild eines realen Objekts erzeugen. Genau das ist der digitale Zwilling. Wenn du fotografieren kannst, Kunden kennst und mit Licht umgehen kannst, hast du für dieses neue Handwerk fast alles schon drauf. Aus dem Werkzeug, das bedroht, wird das Werkzeug, das trägt.

Und für alle anderen mit einer Kamera – die Sammlerin, die ihre Stücke dokumentieren will; der Handwerker, der zeigen will, was er baut; das Museumsteam, das kein Budget für die Digitalisierung hat; der Händler, der seinen Shop von der Konkurrenz abheben will. Du solltest schon ein bisschen was vom Fotografieren verstehen, also Blende und Belichtungszeit kennen. 3D-Kenntnisse und Programmierkenntnisse sind aber nicht nötig.

0.5  Dein Material gehört dir

Das ist ein Grundsatz von DFX SplatCore, der dir noch oft begegnen wird, weil er praktische Folgen hat: Alles läuft auf deinem eigenen Rechner, also keine Sorge. Es gibt kein Abo, keine Gebühr pro Modell und auch keine Cloud, in die deine Bilder hochgeladen werden müssen.

Das ist mehr als eine Kostenfrage. Wer für Industriekunden unter Geheimhaltung arbeitet, wer Museumsbestände digitalisiert, wer Beweismaterial dokumentiert, der kann sein Material schlicht nicht in fremde Rechenzentren geben. Wenn du dir ein Standbein aufbauen willst, dann mach das nicht auf dem Boden eines Dienstes, der seine Preise ändern oder abschalten kann. Ein fertiger digitaler Zwilling aus DFX SplatCore ist eine Sammlung von Dateien, die dir gehört. Du kannst sie offline nutzen, auf einer Messe, in einem Museum, auf einem Kleinstrechner. Und sie verschwindet nicht, wenn irgendein Anbieter verschwindet.

0.6  Drei Lesewege

Der Aufbau folgt einem Gedanken: erst verstehen, dann können. Aber niemand muss von vorn nach hinten lesen:

Weiter · Teil 1 Geschichte Zweitausend Jahre wurde gemessen. Jetzt wird wiedergegeben — und deine Kamera ist das Messinstrument.