DFX SplatCore entscheidet anhand der Bildanzahl, welcher Rekonstruktionsweg verwendet wird. Und jeder Weg stellt andere Ansprüche an deine Aufnahme. Deshalb fangen wir nicht mit der Kamera an, sondern mit einer einfachen Frage: Was hast du – oder was kannst du besorgen? Ein einziges Bild? Eine Handvoll? Ist das eine geplante Serie? Ein Video? Wir durchgehen dabei alle möglichen Ausgangslagen: Was intern passiert, was deine Fotos leisten müssen und welche Fehler typisch sind.
Hier findest du alle Infos zum Import. Video, Drohne und Mobiltelefon sind keine eigenen Wege, sondern Zulieferer für diese drei – mit jeweils eigenen Tücken.
Ein Foto allein reicht nicht für die Triangulation. Ein Zeuge kann auch keine Tiefe belegen. Hier arbeitet etwas ganz anderes: Ein trainiertes Modell, das aus Millionen Beispielen gelernt hat, wie Dinge geformt sind, ergänzt das Unsichtbare. Die Vorderseite stammt aus deinem Foto, die Rückseite ist eine plausible, gelernte Vermutung.
Das muss man schon so sagen: Am Ende ist das Ergebnis ein glaubwürdiges Schaustück, keine Dokumentation. Wenn du mal schnell was vorzeigen willst, eine Idee hast oder ein Deko-Objekt, ist der Weg ein Geschenk. Wenn du aber etwas archivieren, beweisen oder maßanfertigen willst, ist er das falsche Werkzeug. Da führt kein Weg an einer echten Serie vorbei. Damit die Vermutung gut ausfällt, gib dem Modell das bestmögliche ein Bild: Ein frei stehendes Objekt mit klarem Umriss vor einem ruhigen Hintergrund, gleichmäßiges Licht ohne harte Schatten, das ganze Objekt scharf und ein Blickwinkel, der die Form maximal verrät – meist schräg von vorn oben, sodass drei Seiten zugleich sichtbar sind.
Genau dieser Weg: Dieses Modell entstand aus einem einzigen Foto. Dreh es — und sieh dir an, was passiert, wenn du auf die Rückseite schaust. Die hat nie eine Kamera gesehen.
Ab dem zweiten Bild geht die echte Rekonstruktion los. Aber mit wenigen Zeugen wird jeder einzelne Zeuge wertvoll. Die Grundregel dieses Weges ist, sich zu verteilen, statt alles in einer einzigen Tasche zu bündeln. Vier Fotos, die um jeweils 90 Grad gedreht wurden, erzählen mehr als acht Fotos aus fast derselben Ecke – denn nur der Winkelunterschied erzeugt Parallaxe, und nur Parallaxe erzeugt Tiefe. Wenn man bei einer kleinen Serie zwei nahezu identische Standpunkte verschenkt, hat man effektiv ein Bild weniger.
Hier ein paar Tipps zur Bildzahl: Zwei bis drei Bilder reichen für Flaches mit wenig Tiefe (ein Relief, eine Fassade frontal), sechs bis acht für ein kompaktes Objekt von allen Seiten schräg oben, zehn bis zwölf für einen vollen Rundgang. Und die ehrliche Ansage dazu: Was kein Bild gesehen hat, kann auch hier niemand belegen. Eine Rückseite ohne Foto bleibt eine Lücke oder eine Vermutung. Der sparsame Weg ist für den schnellen, leichten Einstieg gebaut, und die volle Serie liefert immer die maximale Treue.
Ab ungefähr einem Dutzend Bildern geht es klassisch weiter, wie in Teil 1 und 2. Jetzt wird es aber erst einmal andersherum: Nicht mehr jeder Blickpunkt ist kostbar, sondern die Ordnung der vielen. Überleg dir vorher, was du machen willst, bevor du loslegst: Für ein Objekt machst du einen Umlauf in 10–15-Grad-Schritten (Teil 3.2) und noch einen höheren Ring dazu. Für einen Raum gehst du an den Wänden lang, immer geradeaus guckend, wo es lang geht. Bitte arbeite ruhig, löse gleichmäßig aus und achte darauf, dass die Kette nicht gerissen wird.
Und eine Zahl, die überrascht: Mehr ist nicht automatisch besser. Dreihundert Fotos, von denen die Hälfte fast identisch ist, sind kein besseres Modell als hundert, die gleichmäßig verteilt sind. Sie kosten nur Rechenzeit und Speicher. Qualität und Verteilung sind wichtiger als Masse. Motion Guard checkt jedes Bild beim Import und zeigt dir die schwachen an. Du kannst sie aussortieren, musst es aber nicht. Du entscheidest, wie immer.
Wenn du den Schwenk langsam um das Objekt machst, liefert das Video tausende Einzelbilder. Das ist echt verlockend, und DFX SplatCore nimmt Videos auch an. Die Physik stellt Bedingungen, die man kennen sollte. Ein Video, das 25 Bilder pro Sekunde hat, macht jedes Einzelbild typischerweise um 1/50 Sekunde – in Bewegung ist das eine Einladung an die Bewegungsunschärfe. Und unscharfe Zeugen kennst du aus Teil 3.3. Dazu kommen der Rolling-Shutter-Effekt (der Sensor liest zeilenweise aus; schnelle Bewegung verbiegt Senkrechtes) und die Videokompression, die feine Details wegbügelt, bevor irgendjemand sie messen kann.
Wenn du Video machst, dann mach das so: Beweg dich langsam (deutlich langsamer, als du es selbst fühlst), gib viel Licht (damit die Automatik kurz belichten kann – oder zwinge die Belichtungszeit manuell auf 1/250 s und kürzer), wähle die höchste verfügbare Auflösung und mach lieber zwei ruhige Umläufe als einen hektischen. Ehrliche Bilder sind einfach besser als Videos, da ist die Rangfolge klar. Das Video ist praktisch, aber nicht die beste Lösung.
Die Drohne löst das älteste Problem der Vermessung: den unerreichbaren Standpunkt. Dächer, Fassaden ab dem zweiten Stock, Gelände, Denkmäler in der Höhe – was Meydenbauer ans Seil zwang, erledigt heute ein Fluggerät. Für die Aufnahmebahnen gelten dieselben sechs Bedürfnisse, in zwei bewährten Mustern: das Raster (parallele Bahnen mit 70–80 Prozent Überlappung, Kamera senkrecht oder leicht geneigt) für Gelände und Dächer, und der Orbit (Kreisflug ums Objekt, Kamera aufs Ziel) für Gebäude, Türme, Skulpturen. Was oft übersehen wird: Für dreidimensionale Fassaden ist der Schrägblick um 45 Grad meist wertvoller als der senkrechte Blick von oben. Denn er zeigt Wände und Dach zugleich.
Die Video-Warnungen gelten technisch gesehen jetzt noch mehr: Es gibt das Phänomen des "Rolling Shutter" und Bewegung. Deshalb ist es besser, wenn du für jedes Foto kurz stehen bleibst. Einzelfotos im Schwebeflug sehen viel besser aus als abgegriffene Videoframes. Die GPS-Angaben in den Bilddaten schaden nicht und helfen bei der Zuordnung. Und noch eine Randnotiz ohne Rechtsberatung: Wo geflogen werden darf, regeln örtliche Vorschriften. Die Klärung gehört zur Vorbereitung wie der Akku.
KI-Bild
Erst mal ist da das Geschenk, das kaum jemand als solches erkennt: Der kleine Sensor eines Telefons erzeugt eine riesige Schärfentiefe – bei typischen Aufnahmeabständen ist praktisch alles scharf, von vorn bis hinten. Genau das ist das Ideal aus Teil 3.3, das Besitzer großer Kameras mühsam erblenden müssen. Dazu ist das Telefon immer dabei. Für viele Objekte ist es ein vollwertiges, teils ideales Aufnahmegerät.
Und dann gibt's da noch die Falle, und die ist echt tückisch, weil man sie nicht sehen kann: Rechenfotografie. Moderne Telefone machen selten ein Foto, sondern rechnen mehrere Aufnahmen zu einem zusammen. Das passiert zum Beispiel bei HDR, Nachtmodus, Schärfungs- und Beautyfiltern. Jedes Foto ist dann eine andere, unsichtbare Collage – und die Konsistenz aus Teil 3.4 zerbricht, ohne dass man es einem Bild ansieht. Das sind also unsere Telefon-Regeln: